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Freitag, 4. November 2011

Der Gütesiegel Kollaps

Biosiegel, Deutschland
Deutsches Biosiegel
Bild: Wikipedia
 Wenn ein System zu kompliziert wird, droht es zu kollabieren. Nicht nur seit heute kommen einen die ganzen Symbole, die auf Verpackungen gedruckt sind und uns ein gutes Gewissen beim Einkauf verschaffen sollen, spanisch vor.

Wie das Hamburger Abendblatt berichtet, erkennen und vertrauen Verbraucher vor allem den großen Siegeln, wie die des WWF, Fairtrade, Ökotest oder das BIO-Siegel. 82% der Befragten wünschen sich eine einheitliche Kennzeichnung, zwei Drittel würden diesem aber nur vertrauen, wenn es staatlich reguliert ist.

Es gibt tatsächlich viel zu viele Siegel, jeder Hersteller kann sein eigenes Siegel erstellen, keiner weiß, was dahintersteht, ob und wie es überprüft wird und für was es eigentlich gut ist. Bei Rewe ist mir letztens aufgefallen, dass sie ein Siegel eingeführt haben, was mir sagt, dass das Produkt wassersparend produziert wurde. Aber was bedeutet wassersparend?

Bei Grillkohlen haben wir zum Beispiel auf das Problem aufmerksam gemacht, dass man trotz Siegel nicht nachvollziehen kann, ob für das Holz Regenwald abgeholzt wurde, weil die Unternehmen drauf schreiben können, was sie wollen, da es nicht nachprüfbar ist.

Biosiegel, Eurpa, Bio
Euorpäisches Gütesiegel
Bild: Wikipedia
Beim Siegel von Ökotest geht es z.B gar nicht hauptsächlich um ökologische Standards, sondern vielmehr um gesundheitliche Themen, so könnte auch ein Produkt was viel Energie bei der Herstellung benötigt eine gute Note bekommen. Auch manche WWF-Siegel stehen in der Kritik, zu lasch zu prüfen und ein Auge für die Lobby zuzudrücken.

Die Mehrheit der Verbraucher wünscht sich ein einheitliches, staatlich kontrolliertes Siegel. Die Europäische Union hat 2010 ein einheitliches BIO-Siegel herausgebracht, was schon mal eine gute Idee war, doch für die meisten Verbraucher, ist das deutsche Öko-Siegel vertrauter.

Blog2Help-Vorschlag:

Ich finde, die Siegel ja schön und gut, doch keiner weiß, was dahinter steht. Meiner Meinung nach muss es für Produkte so etwas wie eine Ökotabelle geben, die anzeigt, wie viel Ressourcen in Relation mit Produkten anderer Marken verbraucht wurde.

Stromverbrauch0.86*
Wasserverbrauch1.24*
Anbaufläche0.97*
*Relativer Verbrauch dieses Produkts im Gegensatz zu vergleichbaren Produkten. 1.0 ist der Durchschnitt, 0.8 wäre z.B 20% unter dem Durchschnitt.

Somit könnte man gleich erkennen, ob man das umweltfreundlichere Produkt dieser Sparte kauft, oder ob man in die Öko-Falle tappt. Man könnte das System natürlich noch systematisch erweitern, wie einen Sozialindex oder Transportweg hinzufügen.

Es würden zwar bei dieser Lösung einmalige Verwaltungskosten für die Errechnung der Daten anfallen, aber meiner Meinung nach würden die Vorteile der sehr großen Transparenz überwiegen.

Was haltet ihr von der Idee? Vertraut ihr den derzeitigen Gütesiegel? Achtet ihr auf Gütesiegel beim Einkauf?

1 Kommentare:

Marlon van Zoest hat gesagt…

Ich finde du hast vollkommen recht! Für die normalen Verbraucher sind die ganzen Gütesiegel viel zu verwirrent und sie wissen nicht, welchem sie Vertrauen können.

Deinen Vorschlag finde ich ganz gut. Am besten wäre es wenn zwischen den Werten noch eine Note ermittelt werden würde und diese Bewertung dann verpflichtend auf alle Produkte zu drucken, die in der EU angeboten werden.
Zu den 3 Punkten würde ich aber noch einige andere hinzufügen, wie z.B. ob die Produkte Regional sind oder von weit her importiert werden, ob die Arbeiter ordentlich bezahlt werden usw.